Eine kleine Geschichte der Pfadfinderei​

Schon seit mehr als 100 Jahren sind weltweit Pfadfinder und Pfadfinderinnen gemeinsam unterwegs, um Abenteuer zu erleben. Die Idee von Pfadfinderei und Pfadfinderpädagogik geht auf dem Begründer Lord Baden-Powell (oder kurz BP) zurück. Als Gründungsjahr wird 1907 angesehen, als BP das erste Mal mit jungen Menschen auf ein Lager auf Brownsea Island vor der Küste Englands fuhr, um seine Ideen für eine Jugendarbeit auszuprobieren. Mit den Erfahrungen schrieb er das Buch ‚Scouting for Boys‘, was eine der Grundlagen der Pfadfinder-Bewegung wurde.  Schon 1910 gab es weltweit 100.000 Mitglieder.​

Die Grundgedanken waren damals genauso wie heute aktuell: jungen Menschen etwas zu zutrauen, junge Menschen sich selbst organisieren lassen (Jugend leitet Jugend), aktives Lernen (‚Learing by doing‘), in Teams Abenteuer in der Natur erleben und das für alle junge Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion, sozialem Milieu oder finanziellen Ressourcen. Auf BP geht die scoutistische Ausprägung der Pfadfinderei zurück – u.a. zum Beispiel (Groß-)Lager, feste Teamstrukturen, Zitronenpresse (ein Pfadfinderhut), Scoutmaster-Prüfungen, die Kluft, der Pfadfinder-Gruß und die Lilie als eines der Pfadfinder-Symbole.

In Deutschland wurde Pfadfinderei zusätzlich von der deutschen Wandervogelbewegung als Beginn der (bündischen) Jugendbewegung beeinflusst. Junge Menschen versuchten den als starr empfundenen Lebensformen das Erleben von Natur und Musik entgegensetzen. Kluften waren eher unüblich. Die Gruppen hatten eine starke Ausrichtung auf die Jugend, teilweise schieden die Mitglieder mit dem Erwachsenalter aus. Die Nazi-Diktatur war ein erheblicher Bruch in der Pfadfinder-Bewegung in Deutschland. Pfadfinder-Gruppen wurden mit der Hitlerjugend gleichgeschaltet, verboten und aufgelöst. Pfadfindergruppen gingen in den Untergrund und in den Widerstand. Nach dem Ende des Krieges wurden Pfadfinderverbände wieder aufgebaut. Auf die bündische Ausprägung der Pfadfinderei geht zum Beispiel die Schwarzware (unsere Zelte – Kohten/Jurten), viel Liedgut, (Groß)-Fahrten und die JuJa (eine Pfadfinder-Jacke) zurück.

Die Royal Rangers wurden als Pfadfinderbund 1961 in den USA von Johnny Barnes gegründet, der damit eine pfadfinder-geprägte Kinder- und Jugendarbeit in seinem Gemeindeverbund aufbauen wollte. Auf ihn geht unser Emblem mit seinen Bedeutungen zurück, sowie die Altersstufen. 

1980 wurde von Richard Breite in Bremen ein Pilot-Programm der Royal Rangers gestartet. 1981 gründete er dann den ersten deutschen Stammposten. Nach jetzt fast 40 Jahren gibt es in Deutschland über 20.000 Royal Rangers in ca. 420 aktiven Stammposten.

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